Faszientherapie

Faszien sind die Bindegewebsstrukturen, die den ganzen Körper durchziehen. Sie reichen von der Nasenspitze über den Schädelknochen bis zum Gehirn, ziehen in allen Schichten um Rückenmark, Wirbelsäule, Muskulatur, Gelenken, Sehnen und Bändern mit der Haut bis zum Schweif, durchdringen den Körper bis zu den Organen und bilden Halte- und Bewegungsstrukturen in den Beinen bis zu den Hufen.

 

Zwischen den Bindegewebsfasern befindet sich ein feiner Flüssigkeitsfilm (Matrix), der für die Verschieblichkeit der festen Fasern und deren Ernährung dient. Hierdurch werden Energie und Sauerstoff in alle Gewebe gebracht und Abfallstoffe (wie zum Beispiel Laktat) abtransportiert.

 

Ist das Fasziensystem überlastet (durch Trauma wie Sturz, dauerhaft schädigendes Equipment wie unpassende Sättel, Gebisse, Bandagen, Operationen, wiederkehrende Koliken, chronischer Husten) versucht das System, durch höhere Spannungen weitere Schäden zu vermeiden. Der pH-Wert im Gewebe sinkt und es vermindert sich der Flüssigkeitsanteil im Bindegewebe, was den Abtransport schädlicher Substanzen verschlechtert und die Versorgung mit Nährstoffen verringert. So kann eine Verklebung entstehen, die sich von selbst nicht mehr zu lösen vermag.

Bemerkt wird so eine Störung anfangs durch Muskelschmerzen, die nur beispielhaft für die Störung im System sind. Jeder kennt Nackenschmerzen durch unnatürliche Sitzpositionen, einen Hexenschuss oder Rückenschmerzen. Unbehandelt breiten sich die Faszienverklebungen aus und beeinträchtigen mit der Zeit nebenliegende Strukturen, was zu weiteren Schmerz-Krankheiten führt: Nackenschmerzen strahlen aus in eine Migräne, der Hexenschuss führt zu Ischias-Schmerzen und von den Rückenschmerzen geht es über in einen Bandscheibenvorfall. Gleichen Problemen stellen sich Pferde, die allerdings meistens erst Bescheid geben, wenn bereits ein größerer Schaden vorliegt: es treten Zügellahmheiten und dann echte Lahmheiten auf, nach Empfindlichkeiten im Rücken beginnen die Pferde zu buckeln, und Nackenschmerzen führen schließlich zum Steigen oder zu offenen Maulwinkeln.

 

Bei der Faszien-Therapie wird dem Körper die natürliche Beweglichkeit wieder ermöglicht.

Das Neuro-Stim-Gerät erzeugt mechanische Schwingungen, die tief ins Gewebe eindringen. Die Frequenz wird je nach Problem ausgewählt, die Bindegewebsfasern kommen in Bewegung und lockern sich. Die Verklebungen geben schrittweise nach, Flüssigkeit passt wieder dazwischen und es bildet sich eine neue Matrix, die das Gewebe wieder adäquat versorgen kann.

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© Bernadette Bracher