Pferdepraxis Holledau Bernadette Bracher Fachtierärztin für Pferde Pferdeosteopathie (DIPO) 0177-6725123
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Orthopädie

Die Orthopädie ist eines der wichtigsten Tätigkeitsfelder in der Pferdemedizin und befasst sich mit Diagnostik und Therapie von Lahmheiten und Rückenproblemen.

Die erste Herausforderung besteht darin, herauszufinden wo es dem Pferde weh tut.

Der Untersuchungsgang umfasst zuerst die Adspektion. Es wird beobachtet ob ein Pferd eine Schonhaltung einnimmt, beispielsweise immer das gleiche Bein entlastet. Es wird auf Druckstellen, abgewetztes Fell, Schwellungen wie gefüllte Gelenke oder geschwollenen Muskulatur geachtet. Auch die generelle Bemuskelung (Unterhals, Sattellage) und die Symmetrie der Muskulatur findet Beachtung, ebenso wie Verhalten und Habitus des Patienten.

Darauf folgt die Palpation. Durch das Berühren des Pferdes werden schmerzhafte Bereiche gefunden und durch das Überprüfen der Gelenkbeweglichkeit kann man auf Bewegungseinschränkungen stoßen, verursacht z.B. durch degenerative Gelenkserkrankungen (Arthrose). Verletzungen an Sehnen oder Bändern können bereits durch eine gute klinische Untersuchung aufgefunden werden, ebenso schmerzende Rücken oder Hinweise auf eine Erkrankung im Bereich der Hufe (Pulsation, Untersuchung mittels Hufzange).

Nach der Untersuchung im Stand schließt sich die Untersuchung in der Bewegung an. Das Pferd wird auf gerader (Vortraben) und gebogener (Longieren) Linie auf hartem und auf weichem Boden vorgeführt, es wird beurteilt ob sich die Lahmheit verbessert oder verschlechtert, je nach Untergrund und Dauer der Bewegung. Es folgen Provokationsproben (Beugeproben), um den Schmerz genauer Lokalisieren zu können. Darüber hinaus werden diagnostische Anästhesien genutzt, um die Schmerz verursachende Region möglichst genau eingrenzen zu  können.

Um eine genaue Diagnose zu stellen, ist meistens der Einsatz von bildgebenden Verfahren nötig. Da aufgrund der sorgfältigen klinischen Untersuchung meist bereits ein Verdacht geäußert werden kann, schließt sich je nach dem eine Röntgen- oder Ultraschalluntersuchung an. Beim Röntgen werden in erster Linie knöcherne Strukturen beurteilt, die wichtig sind für eine Diagnosestellung bei Erkrankungen wie Gelenk-Chips, Arthrosen, kissing spines, Hufrehe, Hufrollen-Syndrom, Spat etc. Bei einer Ultraschalluntersuchung werden die Weichteilstrukturen beurteilt, unter anderem Sehnen, Sehnenscheiden, Bänder, Muskeln, Gelenksfüllung und falls zugänglich auch Blutgefäße, Nerven, Gelenkkapseln, Knorpelstrukturen und Knochenoberflächen.

Falls sich in wenigen Ausnahmefällen trotzdem keine Diagnose stellen lässt, können in Zusammenarbeit mit Pferdekliniken noch aufwendigere diagnostische Verfahren wie szintigrafische  oder magnetresonanztomografische (Kernspin-) Untersuchungen angeboten werden.

Sobald eine Diagnose gestellt ist, wird in Absprache mit dem Patientenbesitzer ein Therapieverfahren gewählt. Je nach Alter und Nutzung des Pferdes (Turnier, Freizeit), bereits erfolgter Therapieversuche und dem verfügbaren Budget bietet sich eine breite Palette an Möglichkeiten. Diese reicht von Änderung des Beschlages, Anpassen des Sattels, Aufstellen eines Trainingskonzeptes, systemische Behandlungen (Schmerzmittel, Zusatzfuttermittel, Präparate zum Knochenaufbau, Hyaluronsäure etc.), Gelenkinjektionen (Hyaluronsäure, Cortison) und in Zusammenarbeit mit Pferdekliniken die Aufbereitung von Eigenblut zu Präparaten mit regenerativen Eigenschaften (IRAP, PRP, ACP).

Falls ein operativer Eingriff nötig ist (Griffelbein-Fragment-Entfernung, Durchtrennung des Fesselringbandes, Arthroskopie…), überweise ich Sie gerne an eine Pferdeklinik, die auf die jeweilige Operation spezialisiert ist.

Um ihr Pferd nach einer Behandlung wieder möglichst schnell fit zu bekommen, ist ein weitergehendes Aufbauprogramm nötig, das je nach Zustand des Patienten in Absprache mit Ihnen geplant wird.

 

 

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© Bernadette Bracher