West-Nil-Virus - eine neue anzeigepflichtige Tierseuche erreicht Deutschland

Aktueller Stand: In Europa wurden 2018 bis Anfang Oktober 222 Krankheitsausbrüche bei Pferden gemeldet und inzwischen hat die Krankheit auch Deutschland erreicht. Ende September 2018 wurden die ersten Fälle in Deutschland nachgewiesen, es erkrankten mehrere Pferde und der Virus konnte erstmals bei toten Vögeln hierzulande nachgewiesen werden.

Die Infektion verläuft bei den meisten Pferden subklinisch, das heißt es werden keine Krankheitsanzeichen ausgeprägt. Nur bei circa 8% der infizierten Pferde zeigen sich neurologische Symptome, also schwerwiegende Schäden im Nervensystem wie zum Beispiel Lähmungen und Festliegen. Von diesen Pferden sterben 30-50%, die Überlebenden tragen oft bleibende Schäden davon. Leider ist eine Diagnose erst bei diesen Pferden möglich, weil die Infektion vorher nicht bemerkt wird.  

Der Virus wird von Mücken übertragen. Reservoir-Wirte sind Vögel, wodurch eine Verbreitung über weite Strecken durch die Zugvögel möglich ist. Mensch und Pferd sind Fehlwirte, das heißt man kann sich an Menschen und Pferden nicht anstecken.

Die aktuelle Empfehlung der Ständigen Impfkommision Veterinärmedizin (StIKo Vet) lautet, Pferde in den betroffenen Gebieten zu impfen und eine flächendeckende Impfung im ganzen Bundesgebiet anzustreben. Die Grundimmunisierung sollte Ende Mai abgeschlossen sein.

Nach der ersten Impfung besteht sofort eine Immunität, die ca. 4 Wochen lang besteht. Nach 4-6 Wochen ist eine Nachimpfung erforderlich, um die Grundimmunisierung abzuschließen. Dann erfolgt einmal jährlich eine Auffrischungsimpfung. Wir in der Pferdepraxis Holledau verwenden den Impfstoff Proteq West Nile, der als einziger in Europa zugelassener Impfstoff gegen Linie 1 und Linie 2 des West-Nil-Virus immunisiert. Auch trächtige und laktierende Stuten können geimpft werden.

 

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© Bernadette Bracher